Zeitschleife - ein fiktives Tagebuch

Ein Mann verliert alles was er hat, und hat nur noch einen Wunsch. Nochmals vorne zu beginnen. Eines Tages wird ihm dieser Wunsch erfüllt. .... Wie reagiert aber ein 6-jähriger, der grade eingeschult wurde mit dem Geschichtswissen des 38-jährigen und den anderen Dingen auf dieses "Geschenk"? --- Lasst euch überraschen.

Montag, Oktober 03, 2005

Di. 03.10.1972 ....vor 33 Jahren wieder in der Schule.

Was für eine Aufregung. Heute war mein erster Tag in der Schule seit 33 Jahren. Naja, weiss ja keiner. Aber dann gleich in der ersten Klasse. Naja, wenigstens Heinzi hat mich gleich erkannt.

Jeder wollte wissen, wie es denn war im Krankenhaus. Und da hab ich erzählt. Ich musste nur aufpassen nicht zu geschwollen zu reden. Zumindest hatte ich desöfteren den Eindruck, dass die Anderen mich nicht verstanden haben, und mich für ziemlich „abgespaced“ gehalten haben müssen. Vor allem musste ich mich aber anstrengen mich zu erinnern, denn immerhin war ja für mich vor dem Krankenhaus immer noch die Greueltat in meiner Hamburger Wohnung – was ja von jetzt an, wenn ich es nicht beeinflussen kann in 33 Jahren wieder passiert.

Nun denn, dann ging es los. Und ganze 1plus1 und die ersten Schreibschriftversuche. Da hab ich meine Klassen- und Deutschlehrerin gleich mal geschockt. Immerhin hab ich den Unterricht simultan in Stichworten mitgeschrieben, wo die anderen grade mal die Vokale in schöner Schreibschrift geübt haben. Auch hier muss ich aufpassen, sonst wird das denen komisch.

Zumindest hat mich die Lehrerin ins Büro zitiert und mich gefragt, wo ich so schnell schreiben gelernt hätte …. uups jetzt genau überlegen:

„Ja Frau Maier, ich weiss das auch nicht. Es war einfach so da. Aber das kann ich doch schon die ganze Zeit!?!“

„Nein Pumuckl … „

„ICH WILL PEPE GENANNT WERDEN. PUMUCKL NERVT“

„…ok, tut mir leid. Aber …. Aber, sag mal, was für einen Ton nimmst Du Dir raus?“

„KEINER HAT MICH GEFRAGT, OB ICH PUMUCKL HEISSEN WILL. ICH HEISSE NEPOMUK UND MEIN SPITZNAME IST PEPE UND NICHT PUMUCKL.“

„Du warst doch sonst nicht so resolut. Was ist denn im Krankenhaus passiert?“

….. mist sie hat mich erwischt. Ich war eigentlich immer schüchtern, und hab mich so was nicht getraut. Aber himmelnochmal, endlich hab ich die Chance ein wenig zu ändern. (heute abend noch mal das Bild meiner Familie schauen. Ist ja wohl eine offensichtliche Änderung, wenn meine Lehrerin das so direkt bemerkt)

„Naja, im Krankenhaus, bei der Operation …. da hab ich geträumt. ….“

„Aber bei Operationen träumt man doch nicht“

„Doch ich hab geträumt, wie Menschen erschossen …..“ ….. war das jetzt zuviel?

„Wieso Menschen erschossen?“

„War irgendwie ein ganz doller Traum.“

„Erzähl mir mehr darüber ….“
„NEIN – MEIN TRAUM.“

Es geht meine Lehrerin nichts an, was in Hamburg passiert ist. Soll sie denken auf dem OP-Tisch ist was Traumatisches passiert …. was ja so nicht ganz verkehrt ist.