Zeitschleife - ein fiktives Tagebuch

Ein Mann verliert alles was er hat, und hat nur noch einen Wunsch. Nochmals vorne zu beginnen. Eines Tages wird ihm dieser Wunsch erfüllt. .... Wie reagiert aber ein 6-jähriger, der grade eingeschult wurde mit dem Geschichtswissen des 38-jährigen und den anderen Dingen auf dieses "Geschenk"? --- Lasst euch überraschen.

Montag, Oktober 03, 2005

Di. 03.10.1972 ....nach dem ersten Schultag

So dieser Schultag ist dann mal rum. …. Mann Mann Mann, muss man da aufpassen, dass man nicht ständig von einer Panne zur nächsten läuft, nach allem was in der Woche so passiert ist.

Schulaufgaben hab ich auch schon wieder in Rekordzeit erledigt und fang an andere Bücher zu lesen. „Soweit die Füße tragen“, hat mein Großvater im Regal. Ist eine Geschichte eines deutschen Kriegsgefangenen, der nach dem Ende des 2. Weltkrieges die Flucht aus dem sowjetischen Straflager in Sibirien schafft und in den Iran kommt, dort von seinem leiblichen Onkel identifiziert wird und dann Anfang der 50er wieder nach Hause kommt. Spannendes Buch. Mein Opa meinte, dass es für einen 6-jährigen aber doch recht seltsam ist, so ein Buch zu lesen.

Geliehen hat er mir es trotzdem, wenn auch sich gewundert, da er nicht glaubt, dass ich es verstehe. Dabei hab ich doch die Verfilmung mit Heinz Weiss im Fernsehen und später auch den Kinofilm …. achja, der wird ja in rund 30 Jahren nochmals verfilmt … OKOK, ich vergesse es doch reichlich oft. Aber ich gewöhne mich sicher noch dran.

Wie auch immer, ich hab mir mal das Familienbild genommen mit meinen Jungs. Sie sind noch da, und meine Frau auch. Aber jetzt hat sich der Hintergrund auf dem Bild geändert. Da ist eine große grüne Fläche und im Hintergrund ein Riesenhaus, eine Villa. Nur wo? Das ist leider nicht zu erkennen.

Bin ich aufgrund meines Wissens später mal reich und berühmt? Oder einfach nur reich, oder verändert sich das Bild je nach Entscheidung? Wenn ich das nur wüsste. Am liebsten würde ich mich jetzt mit meinen Jungs an den PC setzen und eine Runde „World of Warcraft“ spielen, was aber auch nicht geht. Intel hat ja noch nicht mal den 8088-Prozessor für den PC erfunden. Oder war das schon 1972? Keine Ahnung. Aber bis zur Pentium IV-Generation dauert es halt noch ein paar Tage.

Das Buch ist übrigens spannend. Mal sehen, was ich mir demnächst aus der Kreisbibliothek hole. Oder vielleicht fährt mich Mama ja auch an die württembergische Landesbibliothek nach Stuttgart raus.

Ja, ich vergaß liebes Tagebuch, Du kennst ja meine andere Geschichte nicht, die ich im anderen Buch geschrieben habe, das jetzt in meiner geheimen Kiste im Geheimversteck ist. Ich bin ja ursprünglich aus einem Ort bei Stuttgart, und nicht aus Hamburg. Da bin ich ja nur geblieben, weil meine Wehrzeit bei der Bundeswehr in Norddeutschland sein wird. Heute in 26 Jahren. …. schon obskur. Ob ich da noch mal hinkomme. Ich denke, ich wird mal mit 16 oder 17 einen Brief ans Kreiswehrersatzamt schreiben mit Verwendungswunsch. Obwohl, ich kann den ja schon heute schreiben und in 10 Jahren abschicken. …. Moment, das Bild. Jetzt ist wieder die alte Umgebung mit den Kindern drauf.