Zeitschleife - ein fiktives Tagebuch

Ein Mann verliert alles was er hat, und hat nur noch einen Wunsch. Nochmals vorne zu beginnen. Eines Tages wird ihm dieser Wunsch erfüllt. .... Wie reagiert aber ein 6-jähriger, der grade eingeschult wurde mit dem Geschichtswissen des 38-jährigen und den anderen Dingen auf dieses "Geschenk"? --- Lasst euch überraschen.

Mittwoch, September 28, 2005

Mi. 28.09.2005 - Was für ein Tag

War das heute ein stressiger Tag. Beide Jungs hatten Ärger in der Schule, so daß ich erstmal von der Arbeit zusammen mit meiner Frau in die Schule musste.


Sie haben sich mal wieder mit einigen Klassenkameraden angelegt, die ihnen Geld und das Handy abziehen wollten. Naja, so kam ich zwar in den zweifelhaften Genuss eines frühen Feierabends, aber eben auch in die Bekanntschaft mit den Klassenlehrern von meinen beiden Jungs.


Der aus der Grundschule neben der Realschule war ja ganz nett. Aber was mich abstösst ist, wenn Lehrer meinen sie müssten Täter decken, und auf dem Opfer herumhacken. So war mein Großer reichlich aufgelöst. Sein Klassenlehrer hat ihn voll fertig zu machen versucht, weil er aufgrund des Abziehversuches sich gewehrt hat, und Emad, den einen der Jungen eben voll die Faust in die Magengrube dafür gejagt hat.


Nur weil sich mein Großer wehrt, ist er noch lange kein Krimineller. Aber halt in den Augen seines Klassenlehreres. Doch die Krönung ist, daß der Klassenlehrer jetzt suspendiert ist. Er hat im Übereifer seiner Schimpftriaden den Fehler gemacht und meinen Sohn geohrfeigt, vor den Abziehern. Find ich nicht gut sowas. Also ich mit meinem Großen gar nicht lange aufgehalten, ab zum Rektor. Der wollte auch zuerst mucken. Aber als ich mich dann daran gemacht habe und die "110" gewählt hatte, wurde er sehr kleinlaut.


Nun muss auch noch das Oberschulamt einen Bericht von mir haben, was sich genau abgespielt hat. Und mal sehen, wer sich letztlich bei meinem Großen für die Demütigung entschuldigt. Immerhin haben hier Klassenlehrer und Rektor versagt.


Nach dem ganzen Stress bin ich dann mit meinem Großen noch zu den Eltern von Emad gefahren, der wohl der Anführer dieser Gang zu sein scheint. Aber entweder konnten oder wollten sie kein Deutsch verstehen. .... Bis Emad zuweit gegangen ist. Niemand führt ungestraft seinen Zeigefinger von links nach rechts über den Hals, und zeigt damit an, dass jemand bald tot ist. Also am Schlawittchen gepackt und plötzlich verstanden die Eltern von Emad sehr gut deutsch.


Ich weiss, ich wurde toleranter erzogen. Aber diese Art der "Toleranz" kann eigentlich nur leben, wer selbst keine solchen sozialen Brennpunkte in seiner Gegend hat. Hamburg-Billstedt und Hamburg-Kirchsteinbek ist da leider ein anderes Pflaster. Und manche Dinge klären sich erst wenn man seine Ehre verteidigt ... wie oft ich das Wort "Ehre" aus dem Munde dieser Familie hörte, kann ich gar nicht zählen ... letztlich, hat Emad danach nicht mehr gegrinst.
Wird aber Zeit, daß ich aus Hamburg rausziehe, etwas aufs Land. Da sind die Schulen noch friedlicher. ... Glaub ich zumindest.


So liebes Tagebuch, jetzt muss ich aber los. Morgen ist mein Geburtstag und da ist die Klasse mit dabei. Naja, Emad und seine Gang auch. Sind ja Klassenkameraden, aber wir haben Geburtstag und einen Schulausflug ins Hamburger U-Bahn-Netz eben sinnreich verbunden.
Schmeckt mir zwar nicht. Ist jetzt so. Also mach ich das Beste draus. Und Kinder werden auch mal erwachsen und ändern sich .... hoffentlich zum Guten.