Zeitschleife - ein fiktives Tagebuch

Ein Mann verliert alles was er hat, und hat nur noch einen Wunsch. Nochmals vorne zu beginnen. Eines Tages wird ihm dieser Wunsch erfüllt. .... Wie reagiert aber ein 6-jähriger, der grade eingeschult wurde mit dem Geschichtswissen des 38-jährigen und den anderen Dingen auf dieses "Geschenk"? --- Lasst euch überraschen.

Donnerstag, September 29, 2005

Fr. 29.09.1972 - Masterplan

Liebes Tagebuch, eigentlich sollte ich Dich schon Stundenbuch nennen. Aber es ist so viel und es ist verwirrend was hier auf mich einströmt. Ich bin aufgewacht, und immer noch 6 Jahre alt. Irgendjemand scheint mich da nochmal haben zu wollen. Vielleicht ist es so, wenn man stirbt, daß man im entscheidenden Moment nochmal aufwacht und sein Leben neu leben kann, oder ändern kann. Ich weiss es nicht.

Ich habe auch noch nie von jemandem gehört, dem es so ging wie mir. Denn das weisse Licht, an das ich mich erinnere, war dann wohl eher die Neonlampe an der Decke des Krankenhauses im Aufwachraum, nach der Mandeloperation.

Vielleicht passiert sowas auch nur mit jemandem, wenn 2 gleiche Ereignisse an einem Tag passieren. Keine Ahnung. Aber ich mache mir jetzt einen Masterplan. Ich darf mein Leben nochmals leben. Denn ich bin immer noch ich. Nur 33 Jahre jünger. Mit dem Wissen der 33 Jahre. Vielleicht ist auch nur das der Fehler im System.

Ich weiss, was andere nach dem Aufwachen vergessen haben. Oder sich nicht zu erinnern trauen.
Hey, und ich hab nen Becher Eis. Nen ganzen Liter. Fürst Pückler. Lecker. So ist also Kindsein mit Mandeloperation.

Ich werde hier bei Dir also meine Eckdaten hinterlassen, um mein Leben anders zu leben. Als Kind, aber mit dem Wissen von 33 Jahren. Wie soll ich das ganze Wissen umsetzen. Auch politisch gesehen.

Ich hab jetzt die Möglichkeit zu erfahren, wie die Welt, die Menschen auf mich mit dem ganzen Wissen reagieren. Vielleicht bin ich ja auch in einer "Murmeltier"-Schleife.

Aber jetzt, erstmal .... EIS ESSEN. Schööööööön .... und doch schmerzt mich immer noch der Verlust meiner Familie etwas. Wobei ich wohl die Chance habe, sie nochmals zu bekommen. In fast 30 Jahren.